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Rezension: Die Winnetou-Strategie- Werde zum Häuptling deines Lebens- Frank Behrendt- Gütersloher Verlagshaus

Frank Behrendt, der Autor dieses unglaublich kurzweilig geschriebenen Buches ist seit rund 20 Jahren PR- und Kommunikationsfachmann mit besten Kontakten zu Medien, Wirtschaft und Politik. Der Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München war Deutschland-Chef bei Ketchum Pleon, bevor er 2011 als Vorstand zur fischerAppelt AG wechselte. Seit 2017 ist er in der Serviceplan-Gruppe tätig und wurde im März dieses Jahres von der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) als "PR-Kopf des Jahres" ausgezeichnet. 

In seinem neuen Buch zeigt er wie man es schafft, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Frank Behrendt nennt sein Werk "Die Winnetou-Strategie", weil er als Leser von Karl-May Büchern sich schon sehr früh die positiven Werte der Protagonisten zu Eigen gemacht hat, die ihm ein erfolgreiches Leben beschert haben. Nach der Definition Behrendts ist ein Häuptling vor allem ein Mensch, der in seinem Leben für Ordnung sorgt und für sich selbst die richtigen Entscheidungen trifft. 

Sein Buch untergliedert der Autor in 10 Kapitel. Um sein Anliegen dem Leser näher zu bringen, erzählt er Episoden aus seinem Leben und reflektiert immer auch die Indianerwelt, wobei er die Phantasiegestalten Karl Mays mit tatsächlich gelebt habenden Indianern in Beziehung setzt und auf den letzten Seiten sehr kluge Zitate Tecumsehs (1768-1813), er war Häuptling der Shawnee Indianer, angefügt hat. 

Eines der Zitate heißt: "Missbrauche niemanden und nichts, denn dies macht Weise zu Narren und beraubt dem Geist seine Vision."

Behrendts erstes Kapitel gilt den Seelenverwandten, gemeint sind die Blutsbrüder und -schwestern, die notwendig sind, um in einem selbstbestimmten Leben den Rückhalt zu haben, der uns über schwierige Zeiten trägt. Dabei begründet sich die starke Bindung nicht nur darin, dass die Seelenverwandten uns zur Seite stehen und wir ihnen, sondern vor allem in den gleichen Werten. Im Falle von Winnetou und Old Shatterhand sind es Gradlinigkeit, Fairness und Menschlichkeit. 

 Frank Behrendt
Foto: John M. John
Für den Autor war die zentrale Botschaft der Winnetou-Geschichten, dass man miteinander wachsen kann,  schon als Junge von großer Bedeutung. Frank Behrendt  hat sich natürlich nicht nur mit Karl May, sondern auch mit Philosophen wie Aristoteles befasst, der in einer seiner Schriften über Ethik drei Typen von Freundschaft unterscheidet. 

Blutsbrüder oder- schwestern gibt es neuerdings auch im Beruf immer öfter, so der Autor und das hängt damit zusammen, dass die Zeit der Einzelkämpfer vorbei ist. Gnadenloser hierarchischer Kampf, das war gestern. Heute geht es um Teamwork. 

Wie aus Feinden Blutsbrüder werden, auch das zeigt Karl May und Frank Behrendt verdeutlicht an einem Beispiel, weshalb er von einem vormaligen Blutsbruder Abstand nahm, nachdem dieser die gemeinsamen Werte durch ein unakzeptables Verhalten Dritten gegenüber in Frage stellte. 

Weshalb ein Häuptling einen Stamm benötigt und wie er sich in diesen einbringen sollte, ist auch ein Thema des Buches, sogar ein sehr wichtigstes. Damit ein Stamm Zukunft hat, müssen die Mitglieder gut zueinander passen und sollten das Wohl des Stammes an oberster Stelle positionieren. Das gilt für Familien in gleicher Weise wie für die Arbeitswelt, wobei dort die Bindungen nicht für die Ewigkeit gemacht sind und die Start-Crew zumeist aus mehr als zwei Personen besteht. Je größer der Stamm, umso mehr muss er untergliedert werden, damit er nicht zerbricht. 

Wer Häuptling seiner selbst werden möchte, sollte auf weise Ratgeber hören. Darüber schreibt der Autor auch ausführlich und berichtet aus seiner reichen Erfahrungswelt. Von einem seiner weisen Ratgeber hat Behrendt  gelernt, sich nicht in seine Arbeit zu verlieren, denn je mehr man sich darin verliert, umso mehr verliert man den Überblick und die Gelassenheit. Ein guter Häuptling benötigt Gelassenheit und sollte sich davor hüten, ängstlich zu sein, wenn er entscheidet. 

Frank Behrendt plädiert zudem für gleiche Augenhöhe mit Frauen im Beruf und in der Familie und zeigt am Beispiel von Indianerfrauen aus vergangenen Tagen wie hoch ihr Ansehen bei den Männern ihres Stammes war, speziell bei den Irokesen. 

Der Autor gehört zu den Menschen, die der Digitalisierung sehr viel Positives abgewinnen und zeigt am Beispiel seiner über 80 jährigen Mutter wie wichtig es für alle Stammesmitglieder ist,  den Wandel im Leben immer und immer wieder neu zuzulassen, denn Leben heißt Wandel. 

Wer Häuptling seiner selbst sein will, benötigt Humor und wer im Leben bestehen möchte, sollte sein humorvolles Wesen allen anderen auch gönnen. Die Karl- May- Figur Sam Hawkens ist für Behrendt ein Beispiel dafür, wie das funktioniert. 

Für Frank Behrendt gehört Kämpfen zum Leben dazu. Dabei steht ein Krieger für alles ein, was ihm wichtig ist, vor allem für sich selbst. Es geht also um Verantwortung. Diese zu übernehmen, könne man nicht früh genug erlernen. Der Autor hat sich sehr zeitig darin üben müssen, dank seiner Eltern. 

Es ist ungemein erfreulich, in diesem Buch zu erfahren, wie Behrendt reagiert, wenn andere ungerecht behandelt werden, was ihm Fairness bedeutet und welchen Stellenwert bei ihm Ehrenhaftigkeit hat. Ein echter Krieger ist für ihn ein Alpha-Mensch mit Ecken und Kanten, einer der mit offenen Karten spielt und der in der Lage ist, andere wertzuschätzen. 

Teamgeist und Fairplay sind das A und O eines Häuptlings nach Zuschnitt von Frank Behrendt. Er weiß, dass die Federhaube noch keinen Häuptling macht, sondern dass es andere Dinge sind, nicht zuletzt Anstand, der sich aus Wertschätzung, Fairness und Offenheit zusammensetzt. 

Das Buch ist eine Verneigung vor ethischen Werten,  ohne die unsere Gesellschaft ins Chaos versinkt. Dass Frank Behrendt dabei Karl- May- Figuren zu Rate zieht, hat mir besonders gut gefallen und mich darin bestätigt, wie wichtig solche Vorbilder in jungen Jahren sind, wenn es um die Herausbildung eines guten Charakters geht. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Die Winnetou-Strategie: Werde zum Häuptling deines Lebens

Rezension: #Bunte –Republik Deutschland- #Prestel

Der Prestel-Verlag hat anlässlich des 70 jährigen Jubiläums der Zeitschrift "Bunte" den vorliegenden Bildband auf den Weg gebracht. #Patricia_Riekel, die derzeitige Chefredakteurin  und Herausgeberin der Bunten, schreibt, dass diese Zeitschrift seit nunmehr 70 Jahren die Informationsbörse für alle sei, die am gesellschaftlichen Leben Interesse haben. Für Riekel sind Neugierde, der Wunsch nach Anerkennung, auch Neid und Voyeurismus die wichtigsten Triebfedern menschlichen Verhaltens. 

Die "Bunte" wird von ihr als "Kunst, Geschichten zu erzählen"  definiert und das Blatt als Wegweiser durch das Dickicht der sozialen Regeln begriffen. Es sind, wie Riekel weiß, menschliche Tragödien und Abgründe von Superstars, die ihr Publikum weitaus mehr interessieren als glatte Lebensläufe. Dabei gehöre zur Grundmelodie der Bunte-Berichterstattung, das Triviale mit dem Relevanten und Erhabenen zu verbinden.  Da die  sozialen Medien zur Konkurrenz der Bunten geworden seien, habe diese sich verändern müssen. Jetzt genüge die Geschichte hinter der Geschichte nicht mehr. Nun seien mehr Fakten, mehr Einordnung notwendig. In den vergangenen Jahren hätten die wichtigsten Politiker der Bunten Interviews gegeben. Das ist natürlich beachtlich. 

Aus rund 3500 Bunte-Ausgaben und Millionen von Namen in den letzten 70 Jahren eine Auswahl zu treffen, war gewiss nicht einfach. Die Macher des Buches haben sich entschieden, die Bunte-Story in sieben Jahrzehnte zu untergliedern und diese dann jeweils in die Rubriken: Leute, Adel, Politik, Helden, Unterhaltung, Schicksal, Zeitgeist und Gesellschaft. 

Den bildreichen und  dabei keineswegs textarmen Kapiteln ist die Bunte- Story vorgeschaltet. Diese erzählt #Dr_Hubert_Burda im Rahmen eines Interviews. Nicht nur über den Beginn des Unternehmens, auch über die Zeit, wo er einst Chefredakteur wurde,  erfährt man Wissenswertes. Dann liest man wie die #BUNTE sich zum People-Magazin entwickelte und welchen Einfluss Andy Warhol auf das Blatt hatte. Dr. Burda traf sich mit Andy Warhol damals häufiger. Hier entstand sein neues Credo: "Media is art."

Man liest im Interview auch wie die digitale Revolution sich auf die Bunte auswirkt hat. Hier erfährt man wie die Wechselwirkung zwischen Print und Online funktioniert und weshalb Geschichten sich nun weitaus rascher ausbreiten. Noch ist die BUNTE das führende People-Magazin in Europa und repräsentiert als solches die europäische Gesellschaft.  Das glaube ich gerne.

Texte und Fotos aus den 1950er Jahren und kurze Erläuterungen dazu, stehen am Anfang. Eine Reihe berühmter Schauspieler und Schauspielerinnen, die schon lange unter der Erde liegen, kann man bewundern, teilweise noch in Schwarz-Weiß und kann  zudem nacherleben, was Spießigkeit in jenen Tagen hieß. Titelbildschönheiten von damals kennt heute keiner mehr. So vergänglich sind Gesichter. Spannend dann von Soraya zu lesen und die oberspießige Diktion  dazu zur Kenntnis zu nehmen, die an Durchhaltefilme aus der NS-Zeit erinnern. Der Begriff "Heimat" verbreitete damals offenbar noch keine Kopfkrisen. 

Dann erfährt man etwas vom Liebesdrama Prinzessin Margrets, kann sehr schöne Bilder von Grace Kelly bestaunen und erfährt, dass sie damals der neue Typ auf der Kinoleinwand war. Hochzeiten aus Adelskreisen waren offenbar sehr gefragt. Weit interessanter allerdings ist der Zeitgeist in den einzelnen Jahrzehnten, so etwa die Möbel, das Bestreben nach einer besseren Figur und manch anderes mehr. Schlagzeilen kann man nachlesen, sich auch rasch in die die 1960er Jahre durchblättern und sich darüber im Klaren werden, wie Schönheitsideale geprägt werden und Einstellungen zur Gesellschaft entstehen.

Die Mondlandung war wohl ein wirklich großes Ereignis, damals im Juli 1969. Doch der Klatsch um Jackie scheint die Leser der Bunten mehr interessiert zu haben. Während ich die Bilder betrachte und lese, versuche ich zu analysieren, wo mein Blick länger haften bleibt, was mich besonders anspricht. Es sind nicht die Adelsgeschichten, eher die Rubrik "Leute". Romy Schneider, auch Curd Jürgens und schließlich Gunter Sachs in den 1970er Jahre waren solche Leute, die faszinierten. 

Die Texte  in den 1970ern werden übrigens besser, der Kitsch der 1950er Jahre ist jetzt endlich weggebröselt. Dennoch, interessant ist, auf welche Weise politische Themen damals  in der Bunten abgehandelt wurden, so etwa das Ende der Ära Brandt. 

Als Helden in den 1980er Jahre werden u.a. #Boris_Becker und #Steffie_Graf und auch #Reinhold_Messner gefeiert. #Nena ist noch jung und Petra Kelly lebt noch. Sie war übrigens eine sehr schöne Frau. 

Irgendwann dann sieht man  erneut ein Foto von Romy Schneider und wird daran erinnert, dass sie nur 43 Jahre alt wurde. Getitelt wurde "Im Morgengrauen brach ihr Herz". Das klingt nach deutschem Schlager und nicht angemessen für diese Schauspielerin, so die Empfindung von heute. 

Alles, was dann kommt, ist in noch guter Erinnerung, wenn man regelmäßig den Friseur besucht hat. Die Bilder werden schöner, die Menschen leider nicht immer. Dann erlebt man Gerhard Schroeder, damals 53 Jahre alt. Der geschilderte Fall hat sich längst wiederholt. Hillu Schröder hat ihn ganz gut skizziert. Sie ist eben eine intelligente Frau. Damals nannte man sie rachsüchtig, aus heutiger Sicht würde man sie eher analytisch nennen. 

Seite für Seite sieht man wie Menschen den Zeitgeist verändern und dieser wiederum auf die Menschen wirkt. 

Gibt es ein Bild, das  mir besonders gefällt? Ja. Ein Foto, dass #Papst_Franziskus mit der Bunte- Herausgeberin Patrica Riekel und der Bunte-Reporterin Tanja May zeigt.  Sehr sympatisch.

Insgesamt ist dies ein  gelungenes Buch über die Vergänglichkeit all dessen, was Menschen eitel werden lässt und als solches ein Zeitdokument der besonderen Art, nämlich  der Media-Art.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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BUNTE Republik Deutschland

Rezension: Der Stärkencode- Die eigenen Talente entschlüsseln, anerkennen und weiterentwickeln- Frank Rebmann- Campus Verlag

Frank Rebmann, der Verfasser dieses bemerkenswerten Buches ist als Stärkentrainer für Führungskräfte und Mitarbeiter zahlreicher Unternehmen der Industrie, Finanzdienstleistung und der IT-Branche tätig. Dabei berät, trainiert und schult er in den Bereichen Mitarbeiterentwicklung, Veränderungsprojekte und Talent-Management. Zu seinen Kunden zählen sehr namhafte Firmen, was Rückschlüsse auf seine Stärken und sein Renommee zulassen. 

Der Autor möchte den Lesern dazu verhelfen, ihre Stärken zu ermitteln und sie sinnstiftend für sich einzusetzen. Im Rahmen von 12 lesenswerten Kapiteln eröffnet er Interessenten den Weg dazu. 

Damit jedem klar ist, wovon Rebman in seinem Buch schreibt, definiert er den Begriff Stärke zunächst und zwar "als etwas, was wir gut können, gerne machen und wobei wir hervorragende Ergebnisse erzielen." Im Gegensatz zur Stärke definiert er Talent "als eine Begabung, die jemand zu hervorragenden intellektuellen, sozialen, künstlerischen und sportlichen Leistungen befähigt." Davon grenzt der Autor Können ab. Dieses definiert er als das erworbene Vermögen, um bei einer bestimmten Tätigkeit etwas Besonderes zu leisten. Neben Talent, Können und Stärke, die sich alles andere als im Wege stehen, gibt es dann noch die Schwäche. Diese definiert der Stärketrainer als "Mangel an Wissen, Fähigkeit, Talent, Motivation oder aber als eine Eigenart der Persönlichkeit beim Ausführen einer bestimmten Tätigkeit". 

Frank Rebmann beginnt sein Buch mit einem historischen Exkurs und zeigt  u.a. wie die Philosophen in der Antike das Phänomen "Talent" betrachtet haben. Dabei lässt er nicht unerwähnt, dass Sokrates bereits wusste, dass das ständige Annähern an die eigenen Gaben zu einem hohen Grad an Zufriedenheit führt. 

Dank Schopenhauers Werk "Die Kunst, glücklich zu sein", hat man erkannt, dass Talent naturgegeben und Stärke erarbeitet werden muss. Wer Stärke entwickelt hat, werde sich nicht mehr verbiegen, um den anderen zu gefallen und werde auch keine Aufgaben mehr übernehmen, die den eigenen natürlichen Gaben widersprechen. Eine selbstbewusste Eigenständigkeit erarbeite man sich mit Fleiß und Disziplin, primär aber durch das Anerkennen unseres Talents. Das Wissen um unsere Gabe erhält man durch Selbstbeobachtung, das wusste Schopenhauer bereits.

Damit man im Stärkebereich agieren kann ist es notwendig, sein Talent zu entdecken, es anzuerkennen, zu trainieren, damit dieses Talent auf ein stets abrufbares Stärkeniveau angehoben werden kann. Wichtig ist dazu noch der Wille, die Stärken anzuwenden und zu verfeinern sowie keinen Zweifel an den eigenen Stärken zuzulassen und schlussendlich die Freude daran, seine Stärken in die Aufgaben einfließen zu lassen. 

Das Wahrnehmen eines Talents könne zufällig geschehen, das Erkennen einer Stärke hingegen sei nur mit Selbstachtsamkeit und einer gezielten Spurensuche möglich. 

Rebmann untergliedert Stärken in fünf Dimensionen:

Analytische Stärken
Entdeckende Stärken 
Kooperative Stärken 
Praktische Stärken 
Stabilisierende Stärken 

Anhand einer Tabelle kann man stärkeorientierte Eigenschaften ermitteln, die den fünf Dimensionen zugeordnet sind. Auf diese Weise kann man sein Stärkeprofil erstellen. 

Damit Stärken sich  zu entfalten vermögen, müssen sie vollständig wirken können. Dort, wo unsere Stärken sind, befinden wir uns auf unserem Kompetenzreservoir. Dabei muss man wissen, dass eine außergewöhnliche Leistung auf sehr hohem Niveau entsteht, sobald aus einem besonderen Talent eine verlässliche Stärke wird. 

Die sehr guten Fragen zur Stärkefindung im vorliegenden Buch sollte man mit viel Sorgfalt beantworten, sich auch klar darüber werden, was man unter Stärkeblockaden zu verstehen hat und wie man diese auflöst. 

Sehr wichtig: Unser Stärkeprofil kann durch ein sinnstiftendendes Werteprofil verstärkt werden. Um sich der Werte bewusst zu werden, listet Rebmann eine Vielzahl von Werten auf, die sich jeweils in ein bestimmtes Stärkeprofil einfügen. Immer deutlicher tritt zu Tage, dass ein Bewusstsein für das eigene Talent, die eigenen Stärken und Werte vorhanden sein muss, um erfolgreich sein zu können und dabei innere Zufriedenheit zu empfinden. 

Wer starke Ergebnisse erzielen möchte, sollte sein Leben und damit auch seine Zeitplanung nach seinen Stärken organisieren. Wie das funktioniert, erläutert der Autor ebenso hervorragend, wie die fünf Fallen in der Zeitplanung. 

Zudem lernt man mit seinen Schwächen umzugehen und hier etwa sich aus seinem Mangeldenken zu befreien. 

Fünf Arten von Schwächen gibt es, die man überwinden kann, sobald man sich der Ursache und Lösung bewusst wird. Auch hier steht Rebman hilfreich zur Seite. 

Über all das und weitere Facetten in punkto stärkeorientiertes Leben wird man sehr gut aufgeklärt und kann sich mithilfe des inkludierten Selbsttests klar über sein Talent werden, lernt es anzuerkennen und zu echten Stärken entwickeln. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König 

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Der Stärken-Code: Die eigenen Talente entschlüsseln, anerkennen und weiterentwickeln

Website des Autors Frank Rebmann:  Stärkentrainer Frank Rebmann und Team

Rezension: Digitale Verrohung? Was die Kommunikation im Netz mit unserem Mitgefühl macht- Goldmann

Die Autorin dieses Buches ist die Medienwissenschaftlerin Gina Schad. Mit dem vorliegenden Werk möchte sie Lesern dazu verhelfen, dass sie als Nutzer des Internets selbst Strategien entwickeln, den Überblick im Netz zu behalten und nicht darauf warten, dass Plattformen, Politik und die Justiz das Problem lösen.

Aufzeigen möchte sie primär die beinahe unbemerkt stattfindende Entwicklung im Netz. Dazu zählen auch Fehlentwicklungen und Missbräuche wie die Chancen, die sich durch die globalisierte Vernetzung weltweit ergeben. 

Zunächst wird thematisiert, wie sich die sozialen Medien in den letzten Jahren entwickelt haben. Dabei ist das Neue an der Digitalisierung, dass die sozialen Medien eine Kommunikation ermöglichen, die von Raum und Zeit gelöst ist. 

Twitter beispielsweise ist ein Microblogging-Dienst mit dem maximal 140 Zeichen Echtzeitkommunikation ermöglicht wird. Dieser Dienst sei zu einem unübersehbaren Faktor der Medienlandschaft geworden. Als Nutzer des Dienstes kann ich das  nur bestätigen.

Die Autorin erklärt wie Twitter aber auch Facebook funktionieren und erläutert in der Folge, was man in Internetzeiten unter dem Begriff Privatheit versteht. Auch geht Schade der Frage nach, was ein Shitstorm ist und ob er sich vermeiden lässt. Ferner lotet sie aus wie es sich mit Hate Speech und anderen Seiten negativer Kommunikation verhält und ergründet, wieso die einen im Netz zu Kritikern und die anderen zu Experten werden. Zudem werden die Chancen des Internets aufgezeigt wie auch die Strategien für eine empathische Debattenkultur im Netz erörtert. 

Das alles verhilft  tatsächlich zu mehr Überblick.

Spannend sind die Fragen und Antworten im Interviewteil, nicht zuletzt im Hinblick auf die Macht der Algorithmen bei unserer Kommunikation. Diesbezüglich habe ich viel Wissenswertes durch das Buch erlernt.

Empfehlenswert. 

Helga König

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Digitale Verrohung?: Was die Kommunikation im Netz mit unserem Mitgefühl macht

Rezension: OSIRIS- Das versunkene Geheimnis Ägyptens-Prestel

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "OSIRIS- Das versunkene Geheimnis Ägyptens", die noch bis zum 13.8. 2017 in Zürich im Museum Rietberg gezeigt wird. 

Ungefähr 300 Statuen und Kultgegenstände, Sarkophage und Götterbilder wie auch teils monumentale Objekte aus sechzehn Jahrhunderten, geborgen bei Unterwassergrabungen vor Alexandria, beleuchten die Legenden um Osiris und die Geschichte Ägyptens. 

Der textreiche und dabei reichbebilderte Katalog (über 200 Abbildungen) beginnt mit Informationen über den ägyptischen Gott Osiris. 

Unter den Fotos sind viele bislang unveröffentlichten Unterwasseraufnahmen der Ausgrabungen des Instituts Europeén d Archéologie Sous-Marine (IEASM).

Thematisiert werden die religiösen Zeremonien des verstorbenen und wiederbelebten Gottes Osiris. Dabei werden die Geheimnisse der Osiris-Mysterien von Thonis-Herakleion und Kanopus und die Rituale, die durch die Wiedergeburt des Gottes, den stets wiederkehrenden Reigen der Jahreszeiten, den Wohlstand und die Einheit des Landes als auch die kontinuierliche dynastische Nachfolge der Pharaonen sichern sollten. 

Ein beeindruckendes Buch, das den Leser und Bildbetrachter in eine längst vergangene Zeit führt, die uns staunen lässt.

Empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: The Germans- Stil und Ikonen einer Nation- Silke Wichert, Nina Zywietz

Dieser Lifestyle-Bildband befasst sich mit der Stilgeschichte der Deutschen in Sachen Mode, Wohnen, Politik sowie auf Reisen. Neben einer Fülle interessanter Fotos enthält das Buch Texte namhafter Autoren, die sich mit Stilfragen beschäftigen. Den Anfang nimmt dabei Oliver Jahn, der Chefredakteur von AD-Architektural Digest. Er befasst sich in seinem Text mit dem deutschen Wohnzimmer und erzählt hier eine Anekdote aus Albert Einsteins Leben, der sein Sommerhaus nicht mit Bauhausmöbeln einrichten ließ, weil eine solche Einrichtung ihn angeblich an einen Operationssaal erinnerte, sondern mit Möbeln aus seiner Berliner Wohnung.

An dieser Anekdote macht der Autor Alltagsrealität fest, die sich nicht selten anders zeigt, als Architekten, Designer und Berufsästheten einer ganzen Generation sich dies vorstellen. Erwähnt wird eine Umfrage der Werbeagentur Jung von Matt aus dem Jahre 2004, die dokumentiert, was die Deutschen am meisten für ihre Wohnung kaufen. Die Aufzählung der Gegenstände ist sehr erhellend, auch ein wenig niederschmetternd. Selbst die Abgrenzung vom Gängigen erweist sich statistisch als durchschnittlich. Deutsche Gemütlichkeit erinnert noch immer Loriot-Karikaturen.   

Man erfährt Wissenswertes über die internationale Erfolgsgeschichte des "Bauhaus" und wundert sich, weshalb dieser Stil in Deutschland erst seit ein paar Jahren in Mode gekommen ist.

Sehr eloquent ist das Interview mit der Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Barbara Vinken, das den Titel trägt "Warum kleiden sich die Deutschen, wie sie sich kleiden?" Dann liest man über die Anfänge der deutschen Vogue, lernt deutsche Vorzeige-Modelle kennen, unter ihnen auch Veruschka von Lehndorf und Nadja Auermann. Ein Foto von der damals jungen Modemacherin Jil Sander beeindruckt und will an deren erstes Parfum "Jil Sander Woman pur“ erinnern. Wie lange ist das her…?

Linda Horbach berichtet darüber, wie deutsche Frauen einkaufen. Hier liest man, dass es diesen Frauen um Nachhaltigkeit geht und ihnen Qualität wichtig sei. Funktionalität sei ebenfalls von Bedeutung und so wundert es nicht, dass die typisch deutsche Frau am liebsten flache Schuhe trägt.

Deutsche Prominente werden gezeigt, unter ihnen der Schauspieler Daniel Brühl, auch die Maler Gerhard Richter und Neo Rauch. Ein schönes Bild von der Kanzlerin offenbart eine besonders sympathische Seite der deutschen Frau: Mütterliche Fürsorge seit sie sich nicht mehr durch Johanna Harrar in die Irre führen lässt.

Sport ist ein weiteres Thema. Hier gibt der Philosoph Gunter Gebauer ein Interview und man erfährt von der Tennislegende Stan Smith mehr über den ersten Turnschuh aus Leder.

Dann wird die Musik der Deutschen thematisiert und erläutert, weshalb Techno gerade in Deutschland eine Massenbewegung wurde und man hat u.a. Gelegenheit ein Interview aus dem Jahre 2004 mit dem 2015 verstorbenen Musiker James Last zu lesen, der offenbar ein sehr toleranter Mensch war. Auch über die erfolgreichste deutsche Rockband "Scorpions" liest man Wissenswertes und nicht zuletzt über Nena, die mit ihrem Song "99 Luftballons" einst weltweit an der Spitze der Charts stand. 

Schließlich wird noch die Stilsicherheit von Politikern  unter die Lupe genommen und man erfährt von dem Gastronom Boris Radczun Näheres über deutsches Essen und die Deutschen beim Essen. Dies und manch anderes rundet das Bild über die Deutschen ab, von denen ich mir wünschte, sie wären etwas Französischer in ihrem Stilempfinden und nicht so sehr auf Perfektion und Natürlichkeit fixiert.  Das lässt die Deutschen letztlich ziemlich hausbacken erscheinen.  Sei`s drum, auch das verrät  Stilsicherheit.

Empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Was für Lebewesen sind wir? Noam Chomsky Suhrkamp

Der Autor dieses Buches ist der 1928 in den USA geborene emeritierte Professor für Linguistik und Philosophie Noam Chomsky. Er gilt als Begründer der modernen Linguistik und des Weiteren als einer der Gründerväter der Kognitionswissenschaften. Zudem ist er einer der meist gelesenen politischen Denker dieser Welt. 

Suhrkamp bezeichnet das vorliegende Werk als die philosophische Summe von Chomskys Leben, denn er bringt hier erstmals seine großen Themen zusammen und begibt sich auf die Suche nach dem Wesen des Menschen. 

Das Vorwort zu dem sehr komplexen Werk hat Akeel Bilgrami verfasst.

In den vier dann folgenden Kapiteln beantwortet Chomsky die Fragen:

Was ist Sprache? 
Was können wir verstehen? 
Was ist das Gemeinwohl? 
Die Geheimnisse der Natur- Wie tief verborgen?

Im ersten Kapitel geht es dem Autor darum, eigene grundlegende Ideen im Bereich der theoretischen Linguistik und der Kognitationswissenschaft darzulegen. Chomsky zeigt die Fortschritte auf, die in vergangener Zeit erzielt wurden und macht deutlich, dass noch viel getan werden muss. Zudem schreibt er von den Veränderungen der Perspektive, von denen die bedeutsamsten erst im Verlauf der vergangenen 10 Jahre stattfanden. 

Fragen müssen wir uns, was Sprache ist, um uns u.a. den evolutionären Ursprüngen der Sprache nähern zu können. Für Chomsky ist klar, dass wir nur das wissen, was die menschliche Sprache zu denken gestattet. Bei allen schenkt uns Sprache eine kreative Freiheit, die uns freie Entfaltung suchen lässt. 

Wie Chomsky schreibt sei die Sprache nun 2500 Jahre intensiv und produktiv erforscht worden, ohne dass klar beantwortet worden sei, was Sprache eigentlich ist. Der Autor sagt zur Grundeigenschaft der Sprache: "Jede Sprache stellt ein unbegrenztes Spektrum hierarchisch strukturierter Ausdrücke zur Verfügung, die an zwei Schnittstellen interpretiert werden: einer sensomotorischen für die Externalisierung und einer konzeptiuell- intentionalen für geistige Prozesse". 

Die Grundeigenschaft macht eine Berechnungsprozedur möglich. Das hat eine zweifache philosophische Bedeutung, die näher erläutert wird.

Ein sehr anspruchsvolles Buch, das Hintergrundwissen voraussetzt.

Empfehlenswert

Helga König

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Rezension: Es werde Licht- Die Einheit von Geist und Materie in der Quantenphysik- Frido Mann/ Christine Mann- S. Fischer

Die Schulpsychologin Christine Mann ist die Tochter des Physikers Werner Heisenberg. Sie befasst sich seit langer Zeit mit dem Verhältnis von Physik und Theologie. Frido Mann ist der Enkel des Schriftstellers Thomas Mann, Der Psychologe lebt heute als freier Schriftsteller in München.

Das Autorenteam zeigt im Rahmen von sechs hochspannenden Kapiteln, wodurch eine ganzheitliche Sicht der Welt und des Menschen möglich wird. 

Unser heutiges materielles Weltbild sei eine Reaktion einer zu Beginn der Neuzeit einsetzenden Emanzipation aus der jahrhundertelangen kirchlichen Bevormundung unseres Denkens. Sie entstand aufgrund eines idealistischen, vollständig aufklärungs- und naturwissenschaftsfeindlichen theologischen Weltbildes. Heute nun befinden wir uns offenbar erneut an einer Weggabelung aufgrund der Erkenntnisse der Quantenphysik.

Die Autoren möchten in ihrem Werk den durch die Quantenphysik herbeigeführten Umbruch in der Naturwissenschaft und die daraus resultierenden Folgen für unser Denken und Handeln aufzeigen. Sie thematisieren deshalb die weltanschauliche wie auch technische Bedeutung der Quantenphysik in unserer Gesellschaft, um auf diese Weise den offenbar falschen Gegensatz zwischen "Idealismus" und "Materialismus" aufzulösen. 

Das Buch bewegt sich, so die Autoren, auf einer Gratwanderung zwischen empirisch gesicherten naturwissenschaftlichen Fakten, ohne dabei primär eine naturwissenschaftliche Abhandlung zu sein und zudem auf weit greifenden, gedanklichen Schlussfolgerungen mit einer neuen Sicht des Bewusstseins. 

Die Konsequenzen aus dieser neuen Sichtweise kommen zum Schluss zur Sprache.

Dies ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und dem Leser verdeutlicht, warum als Folge des quantenphysikalischen Denkens eine "organismische Kulturvielfalt" notwendig ist, die möglicherweise endlich den empathischen Menschen hervorzubringen vermag wie auch zu einer Grundhaltung im Zeichen einer ganzheitlichen Verbundenheit des Menschen mit allem Lebendigen anregen soll. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: 33 Gesetze der Strategie- Robert Greene- dtv

Vor vielen Jahren habe ich die Werke "Die 24 Gesetze der Verführung" und "Die 48 Gesetze der Macht" von Robert Greene gelesen und fand beide Bücher überaus empfehlenswert. Die Publikation die "33 Gesetze der Strategie" ist jetzt als Taschenbuch im bei dtv erschienen und hat mich ebenso gefesselt wie die beiden anderen Bücher, weil dieses Werk sehr anschaulich erläutert, wie man Konflikte durch kluge Strategien erfolgreich löst. 

Bei den 33 Gesetzen der Strategie handelt es sich  konkret um 33 strategische Maßnahmen, die bei der Durchführung eines Vorhabens oder zur Verhinderung von Nachteilen eingesetzt werden können.

Die aufgezeigten Maßnahmen werden jeweils zu Beginn im Einzelnen kurz umrissen, dann wird immer sehr gut erläuternd auf die jeweilige Strategie eingegangen. Auf den Seitenrändern der Texte sind zudem Überlegungen von Strategen und Philosophen eingebunden. Jede Maßnahme entspricht einem Symbol, über das man auch aufgeklärt wird und zum Schluss jeder Maßnahmenbeschreibung erfährt man etwas darüber, wer  ihr Garant  ist. 

Dass die Großmeister der Strategie  in der Regel  berühmte Feldherren waren, hat zur Folge, dass wenn  von Strategien die Rede ist, das Wort "Krieg" fällt. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, sondern trotz dieser Tatsache das Buch aufmerksam studieren. 

Man lernt viel zu durchschauen, was nicht nur im Berufsleben nützlich ist. 

Untergliedert sind die 33 strategischen Maßnahmen in 5 Teile 
Der Krieg gegen uns selbst 
Krieg in Organisationen
Defensive Kriegsführung 
Offensive Kriegsführung 
Unkonventionelle (schmutzige) Kriegsführung 

Damit Sie eine Vorstellung davon haben, um welche Maßnahmen es geht, nenne ich an dieser Stelle:
Die Strategie des geistigen Guerillakrieges
Die Strategie der Passivität
Die Strategie des diplomatischen Krieges
Kommunikationsstrategien
Die passiv-aggressive Strategie

Es stimmt, wenn Robert Greene schreibt, dass man seinen Geist stählen muss, um innere Disziplin zu erlangen, zerstörerische Emotionen- wie Angst- in Konflikten darf man nicht zulassen. Sich immer wieder Konflikten zu stellen und schwierige Situationen zu durchstehen, lässt unseren Geist kampferprobter reagieren und Konflikte besser lösen. 

Man muss begreifen, dass es sich nicht lohnt, gegen Dummköpfe zu kämpfen, die uns auch im Alltag attackieren können. Unsere Zeit und Energie hat Grenzen. Man muss lernen, sparsam damit umzugehen. Lernen muss man Panikgefühle zu reduzieren, indem man sich auf einfache Aufgaben konzentriert, denn sie minimieren Angst und die Auswirkungen einer überaktiven Fantasie. 

Alle 33 strategischen Maßnahmen hier im Rahmen der Rezension zu benennen oder gar auf sie einzugehen, ist unmöglich. Immer wieder darin zu lesen oder es sogar griffbereit aufzubewahren, halte ich für wichtig,  nicht zuletzt um strategisches Verhalten zu durchschauen und klug darauf zu reagieren.

Sehr empfehlenswert 

Helga König
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Rezension: Wirtschaftsrecht für dummies- André Niedostadek

Dieses rund 500 Seiten umfassende Werk hat Prof. Dr. André Niedostadek verfasst. Er lehrt Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht an der Hochschule Harz. 

"Für dummies" ist eine umfangreiche Reihe von Sachbüchern im Taschenbuchformat. Der Autor legt mit "Wirtschaftsrecht für dummies" sein 4. Buch in der Serie vor. Untergliedert ist es in 8 umfangreiche Teile. Diesen ist eine sehr gute Einführung vorgeschaltet, die man aufmerksam lesen sollte, um zu begreifen, was das Buch möchte und wie es aufgebaut ist. 

Dem Juraprofessor geht es darum, dass der Leser sich die wichtigsten Teilgebiete des Wirtschaftsrechts erschließen und sich mit juristischer Denk- und Arbeitsweise vertraut machen kann. Niedostadek weist darauf hin, dass sein Werk sich darüber hinaus eignet, vor Prüfungen Eckpunkte des Stoffs zu wiederholen. Generell konzentriere sich das Werk auf das grundlegende Know-how, die wesentlichen Richtlinien. 

Der Autor verwendet eine Reihe von Symbolen, die er in der Einführung gut erläutert. So gibt es u.a. ein Symbol, das ein Schild mit der Aufschrift  "Beispiel" enthält. Man findet es dort, wo anhand kleiner Fallbeispiele abstrakte Regelungen durch diese veranschaulicht werden. Ein anderes Symbol zeigt eine Handgranate. Die damit gekennzeichneten Textpassagen weisen auf Fallstricke im Wirtschaftsrecht hin. 

Aufgebaut ist das Werk in folgende Teile: 

Ihr Einstieg ins Wirtschaftsrecht 
Im Fokus: Das Privatwirtschaftsrecht
Meilenstein des bürgerlichen Rechts 
Kernfragen des Handels- und Gesellschaftsrecht 
Grundzüge des Arbeitsrechts 
Geistiges Eigentum, 
Wettbewerbs- und Kartellrecht 
Außergerichtliche Konfliktlösung, Prozess- und Insolvenzrecht 
Der Top-Ten-Teil 

Diesen Teilen sind insgesamt 24 Kapitel zugeordnet.

In den ersten beiden Kapiteln lernt man sich im Wirtschaftsrecht zurechtzufinden und zu verstehen wie die Rechtsanwendung funktioniert. Es geht u.a. darum, wirtschaftliche Arbeitsfelder zu benennen und zu erfassen, welche Berufsgruppen sich in der Praxis mit Wirtschaftsrecht beschäftigen. Alsdann lernt man wirtschaftsrechtliche Hilfsmittel kennen, mit Gesetzen umzugehen und die Technik der Subsumtion zu begreifen. Erläutert wird der Unterschied zwischen Gutachten- und Urteilsstil. 

In der Folge steht das Wirtschaftsprivatrecht im Fokus. Hier geht es darum, die Rechtsfähigkeit natürlicher und juristischer Personen zu beurteilen, die Bedeutung von Unternehmern, Verbrauchern und Kaufleuten zu erfassen und Gegenstände des Wirtschaftsrechts zu erkennen. Am Beispiel von "ebay" wird gezeigt, wann ein Verhalten unternehmerisch und wann noch privat ist. 

Man erfährt, was ein Schuldverhältnis ist und wie Schuldverhältnisse entstehen und enden und kann sich über die Bedeutung eines Vertrags kundig machen. Es führt zu weit, auf all die Informationen im Buch einzugehen oder auch nur den Inhalt der Zusammenfassungen einzelner Kapitel hier nochmals verkürzt wiederzugeben. Was man wissen muss und was übrigens sehr gut erläutert wird, ist wie man einen Vertrag abschließt, auch wie man ihn anfechtet, von ihm zurücktritt, ihn widerruft und kündigt. 

Man lernt zudem Vertragstypen kennen, auch solche wie den Leasingvertrag und kann sich kundig machen, wie man Probleme im Vertragsrecht löst. Sachenrecht ist ein weiteres Thema. Sich mit dem Eigentumsrecht auseinanderzusetzen, schadet nicht und auch mehr über Unternehmensfinanzierung in Erfahrung zu bringen,  ist für alle wichtig, die ein Unternehmen gründen oder schon führen. 

Die Kernfragen des Handels- und Gesellschaftsrechts lernen Kaufleute bereits in ihrer Ausbildungszeit zu beantworten. Sich hier abermals kundig zu machen, ist sinnvoll. Erlerntes Wissen, was man nicht nutzt, vergisst man leider allzu rasch, selbst bei gutem Gedächtnis. Wer weiß nach Jahren schon noch, wie das Außenverhältnis einer OHG ausschaut? 

Sehr gut sind die Grundzüge des Arbeitsrechts abgehandelt. So liest man zunächst, worin sich das Individualarbeitsrecht und das Kollektivarbeitsrecht unterscheiden, erfährt mehr über die Grundzüge der betrieblichen Mitbestimmung und auch über die Aufgaben und Rechte des Betriebsrats.

Im Kapitel 18 schließlich geht es um geistiges Eigentum, Patent- und Gebrauchsmusterrecht. Das ist insofern spannend, weil man sich hier auch hinsichtlich des Urheberrechts kundig machen kann. Es handelt sich beim Urheberrecht um einen Teil des geistigen Eigentums. Das Recht gilt nicht nur für Kunstschaffende, sondern beispielsweise auch für Sprachwerke, Schriftwerke, Reden und Computerprogramme. So kann ein Urheber darüber bestimmen, ob und wie sein Werk zu veröffentlichen ist. 

Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tod. Auch das sollte man wissen und man sollte wissen, dass bei der Verletzung des Urheberrechts Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche drohen.

Zum Schluss lernt man noch zehn Tipps kennen, wie man das Studium des Wirtschaftsrechts vereinfacht.  Solche Tipps muss man sich stets gut merken.

Nach der Lektüre des Werks ist dem Leser klar, dass er einen guten Kauf getätigt hat und auf viele Fragen, die sich im Arbeitsalltag auftun, kluge Antworten findet. Wer weiß schon, was eine "Wortmarke" ist und dass selbst ganze Werbeslogans hierunter fallen?

Alles in allem ein äußerst hilfreiches Werk, das ich gerne weiterempfehle. Wissen, wo etwas steht, was weiterhilft, ist das A und O, wenn es  Probleme zu lösen gilt.

Helga König

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich

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Rezension: Was wenn alles möglich wäre? Magic Victoria- teNeues

Die Autorin dieses bemerkenswerten Buches ist Magierin. Die studierte Betriebswirtin Magic Victoria hält Vorträge zum Thema "Ideen sind die Magie hinter jedem Erfolg". Näheres zu ihrem Tun kann man ihrer Internetseite www.magicvictoria.de entnehmen. 

Die einzelnen Kapitel des eloquent verfassten Werkes sind aufeinander aufgebaut. Zunächst erfährt man - nach kurzweilig zu lesenden autobiographischen Schilderungen- etwas über die Magie des Anfangens. Goethe auch Hermann Hesse haben sich zu dem Thema geäußert und Magic Victoria weiß ebenfalls zu besagter besonderen Magie Kluges beizusteuern. Sie reflektiert nicht nur dieses Phänomen, sondern stellt zudem den Begriff Realität zur Disposition. Jene sei nicht für alle Menschen auf die gleiche Weise real, denn dies, was man als Realität empfindet, sei abhängig von der Vorprägung, seinen Erfahrungen, seiner aktuellen Stimmung, seinem Alter, dem Umfeld und der Art, wie wir sie interpretieren. 

Es gehe darum, die richtigen Voraussetzungen für unsere kreative Realität zu schaffen. Das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, nimmt zu. So viel ist klar.  Auch dies ist offenbar Magie. 

Magie benötigt u.a. die Präsenz in der Gegenwart und manches andere mehr. Doch es soll nicht zu viel verraten werden. 

Spannend sind alle Kapitel, speziell auch jenes, was das Timing anbelangt. Es gibt übrigens nicht den richtigen Zeitpunkt für einen Beginn, weil es stets der richtige Zeitpunkt ist anzufangen. Das leuchtet ein. 

Interessant fand ich das Kapitel über die Macht er Umgebung. Von sogenannten "Master-Mindgruppen" ist die Rede, deren Teilnehmer über sich hinauswachsen können, indem sie sich gegenseitig herausfordern, Ideen brainstormen und einander helfen. 

Welche Menschen sind gut für uns und sind wir auch gut für andere? 

Magie entsteht, wo Liebe im Spiel ist. Das wissen wir alle.  Auch für die Liebe zu einer Tätigkeit gilt dieses Gesetz. 

Was entspannt uns, tut uns gut? Was setzt Kräfte frei? Was lässt  die Dinge fließen? 

Wie das Buch zeigt, spielt Magie eine große Rolle, wenn wir Unmögliches möglich machen. Es scheint das Wissen um die Dinge des Lebens zu sein, das Betrachten, das Fokussieren, das gelassene Heranziehen, um es zu bestaunen. 

Magie ist dort, wo alles fließen kann......Magie verträgt sich nicht mit Blockaden, nicht mit Zwang, nicht mit Grenzen. Magie ist dort, wo Raum für Traum ist.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Rezension: flachsinn- Ich habe Hirn, ich will hier raus- Gunter Dueck- campus

Der Autor des Buches, vormals Mathematikprofessor und Chief Technology Officer der IBM Deutschland wird vom Campus Verlag als Netzaktivist, Business Angel und Speaker vorgestellt, der sich "unverdrossen" der Weltverbesserung widmet.

Als Mensch, der ähnlich wie der Autor über eine Zweitwohnung im Internet verfügt, habe ich mit viel Neugierde und noch mehr Kopfnicken seine jüngste Publikation gelesen, die sich mit dem Treiben in besagtem Wohngebiet befasst. Nicht nur der Titel "flachsinn" und der Untertitel "Ich habe Hirn, ich will hier raus" deuten auf eine gewisse Komik hin, auch die Buchillustration amüsiert, h`m zumindest jene, die kein Problem mit Selbstironie haben. Das Cover ist ein gutes Beispiel dafür, wie man auf hintersinnige Art Aufmerksamkeit erregen kann.

Die schöne neue Welt bietet "Ablenkung im Sekundentakt. Ein Hirn-Quickie nach dem anderen", schreibt der Autor.  Es sei offenbar das Schrille, Extreme und Exotische, das unsere Aufmerksamkeit besonders errege, so Dueck. Verändert habe uns diese neue Welt dahingehend, dass wir nicht mehr nach Wahrheit suchten, grübelten, forschten, diskutierten und stritten, auch keine Geduld mehr hätten, neue Gedanken sacken und reifen zu lassen, sondern stattdessen bloß noch alles uns Vorgesetzte genießend konsumierten.

Verantwortungslose Aufmerksamkeitsprofis spekulierten und zockten in einer neuen Aufmerksamkeitsökonomie. Diese Profis hypten Neues und Stars nicht grundlos, um sie alsdann wieder nach unten zu ziehen. Dabei seien es die großen Aufmerksamkeitsschwankungen, die zu entsprechendem Rummel führten und die Klientel anlockte, die die Zeche dann zahlte.

All das kalkuliert Flache, Sensationelle, Emotionale, Scharfmachende, Niederziehende, Hetzende, Übertreibende, Lärmende und Verführende zum Zweck der Aufmerksamkeitsverwertung nennt der Autor in seinem Buch "Flachsinn". Den gilt es auszuloten und ihm Sinnstiftendes entgegenzusetzen.

Untergliedert ist das Buch in sechs Abschnitte:

Von früheren Machtwelten zum Aufmerksamkeitsbasar
Du und ich im Netz
Algorithmen berechnen, wer wir sind und was wir wahrnehmen sollen
Netzcommunities, Filterblasen und das Ende des Common Sense
Die Strategien der Aufmerksamkeitsprofis
Befreien wir unsere Aufmerksamkeit

Dueck wartet mit einer Fülle von Informationen auf, die hier kurz zusammenzufassen, ich erst gar nicht versuche. Schon erschreckend, vor Augen geführt zu bekommen, wer alles im Netz um unsere Aufmerksamkeit buhlt... Nicht nur Kapitalmarkthaie und Weltrettungsfanatiker, sondern auch Politiker, Unternehmen, Trolle und Hasser etc., alle lechzen nach Aufmerksamkeit. 

Um uns im "Attracticon", dem Ort, wo die Musik spielt, optimal  nutzen zu können, werden wir aus unserer Gesamtheit der digitalen Spuren berechnet und alles, was wir im Netz unternehmen ausgewertet. Die Analysen dienen  -so viel nur - nicht bloß negativen Zwecken. Immerhin.

Der Flachsinn, der das Netz überflutet, verdecke das Wichtige und Wahre immer intensiver, deshalb benötigen wir nach Ansicht Duecks neue Kompetenzen für das Dasein im Attracticon  Leider verharren die heutigen Autoritäten ungläubig-ratlos im Alten. Indessen entwickelt sich das Neue so rasch, dass uns allen angeraten ist, uns damit auseinanderzusetzen, weil es uns bereits betrifft und nicht erst Nachfolgegenerationen. Delegieren schadet uns in diesem Fall demnach erheblich.

Setzen wir uns also mit dem Sich-interessant-machen auseinander, das im Netz augenscheinlich das A und O für die Vermarktung, auch für die Selbstvermarktung darstellt.

Um hier mehr zu verstehen, erfährt man Wissenswertes über die sogenannte "phatische Kommunikation. Es handelt sich hierbei um die Kommunikation vor der eigentlichen Kommunikation.  In dieser Phase wird die Aufmerksamkeit geweckt.

In Zeiten der Kommunikationssintfluten müssen wir "Attraktionsintelligenz" entwickeln. Worum es dabei geht, erfahren Sie von Dueck ebenso, wie er die Attribute, die Aufmerksamkeit erregen, aufklärend benennt.

Leider wendet sich im "House of Attraction", sprich der Basarwelt im Internet, unsere Aufmerksamkeit tendenziell vom Komplexen ab, deshalb auch müssen wir das, was wir mitteilen möchten,  rasch auf den Punkt bringen. Je besser die Botschaft, umso viraler verbreitet sie sich.

Man liest von Algorithmen, die unsere Daten auswerten und Profile sowie Klickstatistiken erstellen. Alles scheint ermittelbar und immer flachsinniger, weil schlussendlich nur noch Klicks zählen, die am schnellsten über Flachsinniges generiert werden können und damit durch entsprechende Manipulation.

Über negative Umgangsformen im Netz, auch über die Strategien der Aufmerksamkeitsprofis und anderes mehr wird man aufgeklärt und liest dann von einer Intelligenzart, wie schon erwähnt, die man in unserer Zeit erwerben sollte: die Attraktionsintelligenz.

Dabei geht es um die Gabe, andere für sich einzunehmen, sie zu verführen, positive Gefühle auszulösen, zu überzeugen und zu interessieren, aber auch zu erkennen, was wichtig und wertvoll ist und was uns flachsinnig ablenkt.

Nach Meinung Duecks gewinnt die Attraktionsintelligenz seit Netzzeiten an Bedeutung. Die Kompetenz der Aufmerksamkeitsverwendung und –optimierung muss erlernt werden, wenn man entspannt und erfolgreich im  virtuellen "House of Attraction"  agieren  und  bei allem Rummel dort, Sinnstiftendes auf den Weg bringen möchte.

Dueck scheut sich nicht, systemkritisch zu werden und appelliert mit Freiheit verantwortlich umzugehen, denn "Freiheit ist keine Freiheit, Streit zu säen, um Aufmerksamkeit zu ernten. Stiften von Unruhe ist Gift für eine besonnene Balance".

Hirn verpflichte, so der Autor, Verantwortung zu übernehmen. Alle diese Hirnquickies, die Dominanz der Werbung, das Treiben in den Sudelgebieten, das unverantwortliche Zocken mit unserer Aufmerksamkeit tragen nichts zu einem "Empowerment" der Menschheit bei. Der wachsende Flachsinn hintertreibe  jegliches das Verantwortungsbewusstsein.

Um der Ablenkung zu entkommen, müssen wir sie analysieren und erkennen. Genau diesbezüglich gibt  Gunter Dueck Hilfestellung.

Nichts spricht dagegen, das Netz neu zu gestalten, außer unserer Trägheit, sich mit kulturellen Inhalten befassen und sie ins Netz einzubringen. Larmoyanz beseitigt den Flachsinn nicht, wohl aber können intellektuell sinnstiftende Posts, Textbeiträge  und Clips etwas bewegen.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Überall im Handel erhältlich

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Rezension: Liebe dein Leben und nicht deinen Job- 10 Ratschläge für eine entspannte Haltung- Frank Behrendt- Gütersloher Verlagshaus

Frank Behrendt, der Autor dieses Ratgebers, ist PR- und Kommunikationsfachmann mit intensiven Kontakten zu Medien, Wirtschaft und Politik. Der Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München ist seit vielen Jahren in großen Unternehmen und Agenturen als Top-Manager tätig. Unter anderen arbeitete er bei Universal Music, dem TV-Sender RTL und zuletzt bei der PR-Agentur FischerAppelt.

Muss man seinen Job nicht lieben, wenn man ihn gut machen will? Das fragt man sich vielleicht spontan, wenn man den Titel des Buches liest, der da lautet: "Liebe dein Leben und nicht deinen Job". Nach preußisch-protestantischem Arbeitsethos klingt dieser Satz nicht gerade. Worum geht es tatsächlich? 

Es geht nicht um Ferien rund ums Jahr, auch nicht um einen Lobgesang auf Diogenes in der Tonne, sondern darum, die täglichen Herausforderungen im Job unverkrampft zu meistern. Der vielbeschäftigte Kommunikationsfachmann Frank Behrendt arbeitet rund 60 Stunden in der Woche und hat Strategien entwickelt, dennoch ein tiefenentspannter, grundfröhlicher Mensch zu bleiben. Diese Strategien vermittelt er durch seine Ratschläge kurzweilig und überzeugend den Lesern weiter. 

Seine Vision lautet: Weniger Hektik und Getriebensein, mehr Gelassenheit für alle. 

Für den Autor hat Gelassenheit etwas mit Distanz zu tun. Diese sollte man zu allem, was man unternimmt, aufbauen, um auf diese Weise den Überblick zu bewahren. Es ist die innere Distanz, die uns gelassener werden lässt. Wer sich selbst nicht so wichtig nimmt, kann gelassener seiner Arbeit nachgehen und seine Energie dort besser einbringen, ohne sich zu verausgaben. 

Frank Behrendt verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Südamerika. Dort lernte er eine für uns unübliche Lebenseinstellung kennen, die in dem portugiesischen Begriff "Jeito" zum Ausdruck kommt. Er bedeutet so viel wie "Jetzt komm mal runter; irgendwie bekommen wir das schon hin." 

Es geht also um die Leichtigkeit des Seins, die man unserer  typisch deutschen Stressanfälligkeit und Schwermut entgegensetzen sollte. Den Satz "Die Technik ist dein Freund!"  teile ich und habe gerne die Anmerkungen des Autors hierzu gelesen. Es ist wohl wahr, wer mit Technik clever umgeht, wird rascher mit seinen Aufgaben fertig. Weshalb "cc-Kultur" Zeitverschwendung ist, verdeutlicht Behrendt ebenso wie manch anderen Unsinn im Rahmen des Internetprocedere, auf den man, allein schon einer entspannten Haltung wegen verzichten sollte.

Liest man das Buch aufmerksam, so wird klar, was sich hinter dem zunächst ketzerisch erscheinenden Buchtitel eigentlich verbirgt. Wer gut und zielführend arbeiten möchte, muss dies emotionsunbelastet tun. Wo Liebe im Spiel ist, ist das leider nicht der Fall. Dort auch können Ängste und Blockaden entstehen. 

Mir gefällt, wie klug Frank Behrendt beispielsweise mit Pausen in seiner Arbeitszeit umgeht, auch wie überzeugend er seine Familie in sein Lebenskonzept eingebunden und sich von unnötigen geschäftlichen Meetings entbunden hat.  

Wer Erfolg lebt, lebt ihn ganzheitlich. Das weiß "Franky" wie ihn seine Freunde liebevoll nennen und setzt dies auch um. 

Gefallen hat mir nicht zuletzt, wie der Autor einen "Happyness-Kick" aus der Kindheit in das Jetzt transportiert. Es ist in allem das Spielerische, das hier zum Programm erhoben wird und sich im Gesicht des Autors spiegelt.  Allein seine Fotos in den sozialen Netzwerken anzuschauen, macht gute Laune.

Doch ich möchte nicht zu viel verraten. Soviel nur: Frank Behrendt will keinem sein Konzept verpassen.  Er erzählt bloß aus seinem Leben und empfiehlt:  "Wie viel Struktur du in deinem Leben haben willst, hängt von dir ab. Je mehr Struktur, desto mehr Effizienz und Zeitersparnis und desto mehr Zeit, die du nach eigenen Vorstellungen füllen kannst. Jeder muss da den Modus finden, der zu ihm passt.“ 

Entspannt zu sein, bedingt kluges Loslassen und wohlüberlegt Prioritäten zu setzen, kurzum es zu schaffen, ganzheitlich zu leben. Wie das geht, zeigt das Beispiel des bei allem Tun locker gebliebenen Machers Frank Behrendt, dem zu folgen, ganz gewiss vorteilhaft ist.

Sehr empfehlenswert 

Helga König.

Das Buch ist überall im Handel erhältlich

Onlinebestellung  Gütersloher Verlagshaus oder Amazon

Website des Autors: http://frankzdeluxe.de/

Rezension: Ganz einfach Zeit haben- Wie sie sich von allem Überflüssigen befreien- Thomas Hohensee.

Thomas Hohensee zeigt in seinem Buch wie man der Falle "Zeitmangel" entgeht, sich auf diese Weise entstresst und gelassener das tun kann, was uns wirklich glücklich macht. 

Der Autor beschreibt in seinem Ratgeber nicht wie man Aufgabenlisten erstellt, Arbeiten nach Wichtigkeit ordnet, Pläne macht, Termine festlegt, Selbstdisziplin entwickelt und To-do-Listen abarbeitet, sondern er packt das vermeintliche Zeitproblem an der Wurzel an. 

Ironisch verdeutlicht er den Weg, der in die Zeitnot führt, zeigt auf diese Weise wie man sich vielfältig selbst ausbeutet, oft aus narzisstischen Motiven übrigens, um dann zu fragen: Wie möchten Sie leben? Was hindert Sie daran? Wie schaffen Sie es trotzdem? Was tun Sie dafür? 

Erst wenn man seine tiefsten Bedürfnisse in den Mittelpunkt seines Lebens stellt, so der Autor, lösen sich die Zeitprobleme. 

Wir sollten uns fragen, was für uns wesentlich ist und uns vor allem von Wunschklischees lösen. In sich hineinhören, dabei recherchieren, was uns stresst und sich bewusst machen, dass es genau dieses ist, was uns das für uns Wesentliche vergessen lässt, darum geht es. 

Um seinen Stress zu minimieren, benötigt man Ruhe, denn nur so fallen uns Lösungen ein. Sich diese Ruhe zu schenken und gezielt nachzudenken, was unwesentlich ist, bereitet den Nährboden dafür, Hindernisse zu überwinden. 

Über diese Hindernisse schreibt Thomas Hohensee ausführlich und gut und auch über die Schritte, die sinnstiftend sind, wenn man zukünftig mehr Zeit haben möchte und dadurch das tun kann, wovon man bislang nur träumte. 

Loslassen ist das Zauberwort. Es sich zu eigen zu machen und entsprechend zu handeln, ist der Weg aus Stress und Zeitnot, ihn zu gehen ein spannendes Abenteuer.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Das Buch ist überall im Handel erhältlich.

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Rezension: Rivalen, die es (so) nicht mehr gibt- Leidenschaftliche Duelle unserer Jugend.

Dieses bemerkenswerte Buch eines zehn Personen umfassenden Autorenteams befasst sich mit Duellen, Gegnerschaften und anderen Rivalitäten, die es heute so nicht mehr gibt, weil wir in einer Zeit der sich stets mehr erweiternden Beliebigkeit leben. 

Hingabe an Personen, Gegenstände oder Marken gehören dem Gestern an. Das wird in dieser Publikation erkennbar, die eine Rückschau in Zeiten verkörpert, in der es noch die Wahl zwischen rivalisierenden Anschauungen und konkurrierenden Dingen gab und Geschmacksurteile in gewisser Weise Teil unserer Weltanschauung waren. 

Markenvorlieben begleiteten lange Zeit den Weg zur eigenen Persönlichkeit. Eine solche Entscheidungsübersichtlichkeit gibt es heute nicht mehr. Sich zu positionieren ist zum Problem geworden, in dieser immer unübersichtlicheren Welt. 

Das ansprechend illustrierte Werk erzählt in kleinen Geschichten die Rivalität von Marken wie Agfa und Kodak oder auch von Apple und Microsoft oder den Beatles und  den Rolling Stones. Es geht des Weiteren um Personen wie Willy Brandt und Franz Josef Strauß und Weltanschauliches wie Bund oder Ersatzdienst aber auch um Markenvorlieben wie Geha oder Pelikan. 

Bei der Lektüre dieses Buches wird rasch klar, dass diese untergegangene Welt Menschen hinterlassen hat, die in der neuen Welt der Beliebigkeit ganz neue Entscheidungskompetenzen entwickeln müssen, um nicht Spielball immer neuer Möglichkeiten zu werden, die Persönlichkeiten ohne Bodenhaftung zum Ergebnis haben, die von ständig vermeintlich Neuem zugemüllt werden. Auf der Strecke bleiben Loyalität, wenn es um Menschen geht und Kundenbindung im Hinblick auf Marken. 

Der Mensch mutiert heute offenbar zum einsamen Konsumenten eines ständig wachsenden Bergs des nutzlosen Vielerleis.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich

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Rezension: Ich bin für Dich da- Die Kunst der Freundschaft- ecowin

Über die Freundschaft hat bereits Cicero geschrieben, danach haben sich andere kluge Leute mit diesem höchst komplexen Thema immer wieder auseinandergesetzt. Der Verleger Klaus Altepost nennt das hier vorliegende Buch "Ich bin für Dich da- Die Kunst der Freundschaft" von Dr. Andreas Salcher  "Das mit Abstand beste Buch, das seit Erich Fromm und Dale Carnegie zum Thema Freundschaft und Liebe geschrieben wurde." Ob dies stimmt, kann ich nicht beurteilen, weil ich nicht alle Bücher zum Thema Freundschaft kenne. Einige allerdings habe ich rezensiert.

Es ist nicht meine Aufgabe, nun alle Bücher, die seit Fromm und Carnegie verfasst worden sind, mit Salchers Werk zu vergleichen. Wissen wollte ich nur, ob  der Text Möglichkeiten bietet, Freundschaft von ihrem Wesen her, noch besser zu verstehen. 

Salcher reflektiert zunächst Freundschaft im Wandel des Lebens und erläutert, weshalb Freundschaftsbeziehungen für Glück und Gesundheit entscheidend sind. Was Freundschaft ist und was sie bedrohen kann, erörtert der Autor noch bevor er die von ihm aufgestellten zehn Gebote von Freundschaft näher beleuchtet. 

Sehr lesenswert sind die Betrachtungen wie sich Freundschaft in den einzelnen Lebensphasen wandelt. Dabei scheint es so zu sein, dass zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr eine Art "Freundschaftsvergessenheit" eintritt. Gelingende Freundschaften erfordern im zunehmenden Alter einen reiferen Umgang miteinander, speziell mit uns selbst. Wenn es klappt, Krisen und Verletzungen von Freundschaften zu überwinden, kann dadurch nämlich persönliches Wachstum gefördert werden. 

Die angeführten Gebote mögen teilweise etwas provokativ erscheinen, wenn man sich allerdings näher mit dem Inhalt befasst, nickt man  gerne zustimmend. Der Autor hat bestens beobachtet und ebenso ausgezeichnet recherchiert. 

Sehr gut sind die Überlegungen im Hinblick auf das Scheitern von Freundschaften. Salcher nennt hier die Gefühle Zorn, Stolz, Täuschung, Neid, Geiz, Angst, Unersättlichkeit, Lust und Trägheit als Ursachen, die er näher erläutert. Über diese Schattenseiten in uns, lohnt es nachzudenken, wenn wir neue Freundschaften eingehen oder bestehende am Leben erhalten wollen. 

Das wichtigste Gebot der Freundschaft nennt der Autor zum Schluss. Es handelt sich dabei um das Gebot, sich selbst ein guter Freund zu sein. 

Achtung vor anderen bedarf der Achtung vor sich selbst. Das ist klar. Dies wird aber leider viel zu oft vergessen.

Neu hinzugelernt habe ich nichts, aber ich fand vorhandene Erkenntnisse bestätigt. Immerhin.

Empfehlenswert ist das Buch allemal, weil es dem Leser das Wesen der Freundschaft bewusst macht.

Helga König

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich
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Rezension:GEOkompakt- Das Böse nebenan- Die dunkle Seite des Menschen- Heft 39

Heft Nr. 39 von GEOkompakt beleuchtet die dunkle Seite des Menschen. Dabei sind die Textbeiträge unterschiedlicher Autoren vier Abschnitten zugeordnet: 

Dunkle Gefühle 

Wurzeln der Gewalt 

Kontakt zum Bösen

Verbrecher und ihre Geschichte 

Im Prolog werden zunächst die Erscheinungsformen des Bösen aufgezeigt. Gier gehört dazu. Nicht selten sind es Narzissten, die von der Gier heimgesucht werden, sind es Menschen, deren schwaches Ich unablässig nach Lob und Anerkennung giert. 

Mord als Folge von Verachtung, Hass, Demütigung oder Ideologie  sind  ein extremer Ausdruck für das Böse in seiner gesamten Bandbreite. In einem Interview mit Prof. Dr. Haller, einem der renommiertesten Experten für Kriminalpsychiatrie, sagt dieser, dass sich für ihn im Bösen Handlungen offenbaren, die sich destruktiv gegen die körperliche, psychische und soziale Integrität richten. 

Zum Bösen gehöre stets der freie Wille und zumindest Fahrlässigkeit. Es gibt Menschen, so Prof. Dr. Haller, die eine genetisch angelegte Empfindung dafür haben, was gut und böse ist. Für den Experten gibt es einen Wesenszug, der besonders bösartig ist und zwar der "maligne" Narzissmus. Diesen Wesenszug haben offenbar alle Sexualmörder und Serienkiller. 

Der maligne Narzisst leide unter schweren Minderwertigkeitsgefühlen und schwinge sich von daher zu Größenphantasien auf. Er möchte Herr über Leben und Tod sein. Dieser Personentyp trachte danach, andere maximal zu entwerten. Er erniedrige, quäle und töte sie. Machtausübung sei für den malignen Narzissten von zentraler Bedeutung und verschaffe ihm höchste Befriedigung. Dieser Persönlichkeitstyp verfüge über psychopathische Züge und neige zu antisozialem Verhalten.  Er sei als Kind schon verhaltensauffällig. Nicht selten handele es sich extreme Sadisten. Andere Menschen seien in seinen Augen Narren oder Feinde. Misstrauen und Kontrolle gehörten zu seinem Verhaltensgrundmuster. Leider erkenne man einen malignen Narzissten nicht sofort, da er sehr charmant sei und hohe schauspielerische Fähigkeiten besäße. 

Die Wissenschaftsautorin Ute Eberle schreibt in der Folge über die Macht der Kränkung, die nicht selten Wurzel von kriminellen Handlungen sind. Dabei haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Menschen in den letzten Jahrzehnten immer anfälliger für Kränkungen wurden. Wenn es den betroffenen Menschen gelingt, den Demütigern zu verzeihen, eröffnet sich die Chance, die Kränkung zu überwinden. 

Sehr lesenswert ist der Beitrag über den Narzissmus von Suanne Paulsen und Maria Krady. Narzissten haben ein schwaches Ich und saugen Anerkennung und Lob wie eine Droge auf. Narzissten haben einen Hang zur Dominanz und Macht und formen mit der Zeit ihr Umfeld so, dass es keine Widerworte mehr gibt. Dabei muss man wissen, dass extreme Narzissten nur ihre eigenen Bedürfnisse im Blick haben und in schweren Fällen die für das Mitgefühl zuständigen Hirnareale verkümmert sind. Der Geltungswahn der Narzissten kann dazu führen, dass sie anderen schwer schaden.

Im Rahmen der vielen sehr guten Beiträge in diesem Magazin empfehle ich den Artikel "Gefahr aus dem Netz". Aufgrund des entkörperlichten Handelns leben dort Pöbler und Mobber ihre dunkle Seite ohne große Bedenken aus. Wie man erfährt, sind 20% aller Cyberopfer dauerhaft traumatisiert, natürlich auch, weil die Beleidigungen immer wieder online abrufbar sind. Die Anonymität entbinde von persönlicher Verantwortung, auf diese Weise verrohen die Sitten. Weniger als ein Tausendstel Prozent aller Fälle von Internetkriminalität werden weltweit geahndet. Das ist alles andere als erfreulich. 

Über Zorn liest man Erhellendes. Dabei sollte man wissen, dass dieser Gewalt verhindern kann, weil mittels der Drohgebärden der Gegner eingeschüchtert werden soll. Wer ständig seine Wut unterdrückt, wird krank. 

Psychopathie gilt als die gefährlichste Persönlichkeitsstörung. Ute Kehse berichtet ausführlich über sie. Psychopathen lügen notorisch. Sie erkennen die Schwächen anderer sofort, wissen ihre Opfer für sich zu gewinnen und nutzen sie aus. Psychopathen sind ziemlich furchtlos und besitzen kaum Mitgefühl. Schuldbewusstsein ist kaum vorhanden. An Ausreden sind Psychopathen nie verlegen. Für Psychopathen ist ein parasitärer Lebensstil symptomatisch. Nach einer Studie des Psychologen Kevin Dutton sind es vor allem Wirtschaftsbosse, Vorstandsmitglieder und Rechtsanwälte, die überdurchschnittlich psychopatisch veranlagt sind. 

Diese und viele andere Themen werden im Magazin ausführlich besprochen und machen dem Leser die dunklen Seiten der Menschen bewusst.

Eine gute Nachricht: Schon Kleinkinder können ethisch richtige von verwerflichen Handlungen unterscheiden.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich